Die wichtigsten Apps für den Studi-Alltag

Mit Flatastic meisterst du neben deinem Studienalltag auch die Herausforderungen in deiner WG. Du kannst mit deinen Mitbewohnern eine Einkaufsliste erstellen, so vergisst du nie etwas im Supermarkt. Weiter hilft die App, deine Finanzen unter Kontrolle zu halten. Du musst nur angeben, wer wem wie viel Geld schuldet, und am Monatsende wird mit deinen Mitbewohnern abgerechnet. Das Wichtigste ist aber der Putzplan. Du erstellst eine Aufgabe und gibst an, wann und was geputzt werden muss. Die App sagt danach immer, wer mit Reinigen an der Reihe ist. Eine alternative WG-Finanz-App ist iou.ch.
Jodeln wie ein Weltmeister
«Sende einen anonymen Jodel an jeden im Umkreis von 10 Kilometern.» Aber aufgepasst: Jeder kann deinen Post kommentieren und bewerten. Durch neue Posts und Upvotes bekommst du mehr Karma. Doch hat ein Post zu viele Downvotes, dann wird er gelöscht. An der HSG ist Jodel weit verbreitet, nach den Semesterferien wird die App wiederbelebt und rege genutzt.
Gerüchten zufolge soll es an der HSG richtige Jodelweltmeister geben, die schon mehr als 100?000 Karmapunkte haben. Werde Jodelmeister!
Informationen für den Alltag
Ein Muss, wenn du in St. Gallen wohnst, ist die Mobile SG App. Die App bietet ein grosses Angebot an Informationen. Unter «Stadt St. Gallen» gibt es Informationen zur Abfallentsorgung, wobei man sogar mittels Push-Benachrichtigung informiert wird, wenn man den Müll rausstellen muss. Weiter kann man störende Dinge, wie ein verlassenes Auto oder dein nicht abgeschlossenes Velo, der Stadtverwaltung melden. Interessant für Studenten sind die Orte, Veranstaltungen und Freizeitangebote. Sogar Jasper, der noch junge Polizeihund, hat in der App mit seinem eigenen Blog Platz gefunden. (Marc Oppenheim, Frédéric Baur)

Matthias Haller: «Risiken bedeuten neue Chancen»

Matthias Haller Stiftung Risiko-Dialog

Herr Haller, sind Sie ein risikofreudiger Mensch?
Matthias Haller: Das ist sehr relativ. Im privaten Leben bin ich risikofreudiger als im beruflichen Alltag. Es ist ein ständiges Hin und Her zwischen Sicherheit und Risiko.

Sie setzen sich täglich mit dem Thema «Risiko» auseinander, wirkt sich das auf Ihr persönliches Leben aus?
Matthias Haller: Was mich persönlich angeht, kann ich sorglos das Leben geniessen. Ein Teil von mir beschäftigt sich aber immer mit gesellschaftlichen Fragen, beispielsweise mit dem Einfluss von Risiko auf den sozialen Frieden. Gerade die jetzige gesellschaftliche und politische Situation bereitet mir Sorgen. Persönlich kann ich sagen, je mehr ich mich mit Risiko auseinandersetze, desto mehr schätze ich mein eigenes Leben hier in der Schweiz.

«No risk, no fun» – Ihre Meinung dazu?
Matthias Haller: Ich habe nichts gegen jegliche Form von «Fun» solange es nicht der Gesellschaft schadet. Jeder muss selbst einschätzen können, wie viel Risiko er bereit ist einzugehen. Dies natürlich nur unter der Voraussetzung, dass niemand zu Schaden kommt. Wenn ich zu schnell Auto fahre und das Leben meiner Mitmenschen gefährde, verhalte ich mich gesellschaftlich inkorrekt und gehe die daraus folgenden Risiken bewusst ein.

Wie viel Risiko kann sich ein HSG-Student erlauben?
Matthias Haller: Persönlich habe ich während meiner Studienzeit riskante Entscheidungen getroffen. Meiner Erfahrung nach profitiert man davon viel mehr, als wenn man den sicheren Weg geht. Mein Rat: Nützt die Chance und lernt für euer Leben statt nur kopflos Credit Points zu sammeln. Es ist wichtig, an etwas zu glauben und den Mut zu haben Neues zu wagen. Oft entwickeln sich aus Risiken neue Chancen.

Das heisst, sie raten auch einem Assessement-Studenten bei der Sprachenwahl auf das Interesse statt auf die Bequemlichkeit zu achten?
Matthias Haller: Ich habe meine Kurse immer nach meinen Interessen ausgewählt und bereue es überhaupt nicht. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass ich die wichtigste Lehre für das Leben nicht in den Kursen mit den meisten Credit Points gemacht habe. Hier lohnt es sich, Mut zu zeigen und bewusst Risiken einzugehen.

Wie risikoreich würden sie die Schweizer Politik einschätzen?
Matthias Haller: Das politische System der Schweiz basiert auf einer ausgeglichenen Gewaltenteilung im Parlament, zwischen Bund und Kantonen und durch die traditionelle halbdirekte Demokratie. Insofern ist die Schweiz nicht in der Lage, grosse Risiken einzugehen. Dies hat sich in der Geschichte durchaus als positiv erwiesen, führt aber auch zu einer gewissen Trägheit des ganzen Systems. Nehmen wir das Gegenbeispiel: Russland, wo die Macht bei der Elite des Landes konzentriert ist. Dort geschieht es öfters, dass risikoreiche Entscheidungen getroffen werden, die nicht im Interesse der Allgemeinheit liegen. Meiner Meinung nach verfolgt die Schweiz trotz aller Kritik den richtigen Pfad beispielsweise in der Asylpolitik. Was mich stört, sind die negativen Stimmen, die diese Bemühungen durch den Dreck ziehen.

Hat das Risiko-Management durch die Globalisierung an Bedeutung gewonnen?
Matthias Haller: Absolut. Als ich Professor wurde, existierte das Konzept vom übergreifenden Risk-Management noch nicht. Durch die zunehmende Finanzorientierung der Unternehmen und den technischen Fortschritt wurde es notwendig, vernetzt über Risiken nachzudenken und dabei alle Interessensgruppen miteinzubeziehen. Trotz der zuverlässigen Mittel heutzutage wurde das Risiko nicht minimiert. Zwar ist die Eintretungswahrscheinlichkeit von Störungen geringer, jedoch die Auswirkungen umso verheerender. Heute gibt es kaum ein grosses Unternehmen, welches ohne ein vernetztes Risiko-Management auskommt.

1989 haben Sie die Stiftung Risiko-Dialog gegründet, was war ihre ursprüngliche Vision und wurde diese zur Realität?
Matthias Haller: Zur Zeit der Gründung wurden Risiken nur technisch eingeschätzt. Unser Anliegen war es, bisher vernachlässigte Aspekte wie die soziale und gesellschaftliche Seite in den Dialog miteinzubeziehen. Die Kommunikation aller betroffenen Gruppen ist essentiell für eine nachhaltige Lösungsfindung.

Inwiefern profitieren die normalen Schweizer Bürger von Ihrer Stiftung?
Matthias Haller: Im Grunde geht es darum, Menschenleben zu retten. Jedoch ist es selbstverständlich, dass der gesellschaftliche Aspekt im Vordergrund steht. Risiko-Management betrifft alle. Man nehme die drastische Abnahme der Zahl der Verkerstoten in den letzen 40 Jahren als positives Beispiel. Dies war nur dank einem vernetzen Denken in diesem Bereich möglich. (Alexandra Furio, Anna Burch)

Mathe-Professor Reto Schuppli: der Candy Crusher

Reto Schuppli spielt gerne Candy Crush Saga. Das beliebte Puzzlespiel ist sein Hobby, das er zusammen mit seiner Frau ausübt. Es dreht sich um Süssigkeiten. Sein Highscore liegt bei 1100 Punkten. «Ich glaube, das ist ganz gut», sagt der 59jährige Mathematik-Professor.
Seit 17 Jahren lehrt Schuppli an der Universität. In dieser Zeit habe sich viel verändert. Etwa der Unterricht und die Studenten. «Der Druck ist heute grösser, das merke ich auch bei den Studenten.» Es werde von ihnen mehr verlangt, gleichzeitig seien aber die Ablenkungsmöglichkeiten grösser geworden.

Reto Schuppli

Unbeliebte Mathematik
Für viele Studenten ist Mathematik ein Albtraum, das weiss auch Schuppli. «Ich selbst finde Mathematik wunderbar. Das versuche ich meinen Studenten zu vermitteln.» Deshalb gestalte er seine Vorlesungen stets abwechslungsreich und bemühe sich, einen Mehrwert zu seinen Skripten zu bieten – mit geschichtlichen Hintergründen und Übungen.
Trotzdem sind die Vorlesungssäle zu Beginn eines Semesters voller als am Ende. Einige Studenten würden nicht mehr erscheinen. Schuppli sieht das zunehmende Fernbleiben aber nicht als Kritik an seinen Vorlesungen. «Die Studenten müssen schlicht Prioritäten setzen.»

 

Kein Kindheitstraum
Eigentlich wollte Schuppli Recht studieren. Erst während der Maturavorbereitung packte ihn das Knobeln mit Zahlen. Er entschied sich spontan um und studierte Mathematik. Nach seinem Studium unterrichtete er an einer Mittelschule in Frauenfeld, bevor er zur Pädagogischen Hochschule St. Gallen wechselte. Jetzt doziert er hauptsächlich an der Universität.
«Nach dem Studium konnte ich mir nicht vorstellen, Lehrer zu werden. Heute ist Unterrichten einfach mein Ding.» Allerdings gebe es wohl keinen anderen Beruf, in dem man sich so stark selbst ausbeute wie als Lehrer. Man könne nie genug vorbereitet sein und mache deshalb viele Überstunden.

 

Kanada acht Mal bereist
Nebst Candy Crush Saga spielen klassische Konzerte und Fussball eine grosse Rolle in Schupplis Freizeit. Einmal pro Woche geht er ins Training, der Plausch steht im Vordergrund. «Ich habe das Gefühl, das Fussballfeld wird von Jahr zu Jahr grösser», sagt er.
In den Ferien bereist Schuppli gerne ferne Länder. Besonders angetan ist er von der kanadischen Wildnis; acht Mal war er bereits dort. «Man könnte mich als Kanada-Experten bezeichnen», sagt er. Einst war er dort 14 Tage auf einem Fluss unterwegs, übernachtet wurde in einem Zelt. «Im Umkreis von 150 Kilometern war keine Menschenseele. Wir sahen zwei Wochen lang niemanden.»
Diesen Sommer verbrachte Schuppli seine Ferien in Dänemark, das Zelt blieb aber zu Hause. In der zivilisierten Welt reize ihn das nicht. «Wenn es ein Hotel hat, sehe ich nicht ein, warum man in einem Garten schlafen soll.»

 

Krawatte mit Musik
Schuppli ist unter den Studenten für seine speziellen Krawatten bekannt: Während der Weihnachtszeit trägt er sie in seinen Vorlesungen. Die Krawatten gehören zu seiner Weihnachtssammlung. Diese stammt aus seiner Zeit als Mittelschullehrer. «Mich störte, dass nur Ellipsoide im Schulzimmer herumstanden.» Deshalb begann er Samichläuse zu sammeln und stellte sie in die Vitrine. Nach und nach gesellten sich auch Krawatten dazu. «Eine meiner Krawatten macht auf Knopfdruck sogar Musik. Diese ist unter den Studenten jeweils der Höhepunkt.» (Olivia Berni, Robin Bisping)

Überleben in Studium und Alltag – die besten Tipps

Für viele Studenten führt der Weg früher oder später zur Stadtverwaltung in St. Gallen. Ausländer, die in die Stadt ziehen, müssen eine Aufenthaltsbewilligung einholen. Für alle Studenten, die von einer anderen Schweizer Gemeinde nach St. Gallen ziehen, ist es Pflicht, innerhalb von 14 Tagen den neuen Wohnsitz zu melden.
Stadtverwaltung St.Gallen

Wer dies nicht tut, erhält von der Verwaltung eine E-Mail mit einem Reminder. Die Adressen werden durch die HSG an die Stadt herausgegeben, wie das Studentenmagazin prisma herausfand. Wer zu spät ist, bezahlt bis zu 200 Franken. Erfahrungsgemäss ist die Stadtverwaltung bei Studenten eher tolerant.

 

Networking

Oft unterschätzt wird die Wichtigkeit, schon gleich am Anfang neue Kontakte zu knüpfen und die anderen Assessies kennenzulernen. Der Aufbau eines Freundeskreises ist nicht nur wichtig, um in der Uni Fuss zu fassen, sondern wird auch im Laufe der kommenden Semester sehr nützlich sein, wenn die ersten Arbeiten geschrieben werden müssen und die ersten grossen Prüfungen anstehen. Deswegen sollte man gerade in der Startwoche nicht verpassen, ein Netzwerk für das zukünftige (Studi-)Leben aufzubauen.

 

Schwedisches Handwerk

Der Start ins Studium ist stressig. Da kann es gerade am Anfang passieren, dass man so manchen IKEA-Karton in der staubigen Ecke vergisst. Am besten schraubt man gleich zu Beginn alles zusammen, dann gelingt auch das Leben in der eigenen Wohnung besser, und die gemeinsamen Abende mit den Mitbewohnern werden viel gemütlicher.

 

Blau parkieren

Wer mit dem Auto nach St. Gallen fährt, wird es vermutlich bereits gemerkt haben: Parkplätze sind hier ein rares Gut. Wer über längere Zeit sein Fahrzeug stehen lassen will, sollte sich so bald wie möglich eine Parkkarte für die blaue Zone zulegen. Für 128 Franken im Monat ist zeitlich unbegrenztes Parkieren in allen blauen Zonen möglich. Für 30 Franken erhält man eine Anwohnerbewilligung für das jeweilige Quartier. Weitere Infos dazu findet man auf der Website der Stadt.

 

Wörterbuch Deutsch-Deutsch

Für viele ausländische Studierende ist der Schweizer Dialekt ein Mysterium. Deswegen empfiehlt sich für all jene ein Wörterbuch, das hilft, die Schweizer Kollegen besser zu verstehen.

«Zeig mir, wie du arbeitest, und ich sag dir, wer du bist»

Emsiges Treiben im Seminarraum der Gruppe 8. Zwischen Risikoanalysen auf Flipcharts und Informationsdossiers liegen allerlei sonstige Unterlagen zum Thema «Risiken und Chancen» bereit. Einige der Neueintretenden schauen wiederholt auf ihr Handy, doch nicht etwa Facebook oder WhatsApp beanspruchen hier ihre Aufmerksamkeit; sie informieren sich mit ihren Smartphones über Einfuhrzölle auf Frischmilch oder Ausfuhrbestimmungen von Molkereiprodukten.
Zwei Fliegen, eine Klatsche
Nebst der Bearbeitung der Fallstudie suchen die Studenten den Einstieg in den Uni-Alltag. Im Rahmen der Projektarbeit fällt es besonders leicht, erste Kontakte zu knüpfen, jeder kann seinen Teil beitragen, sein Talent der Gruppe zur Verfügung stellen. Dazu die Neueintretende Concetta Zannella passend: «Zeig mir, wie du arbeitest, und ich sag dir, wer du bist.» Zugegeben, der Hauptpreis ist ein beachtlicher Ansporn, um sich sofort auf die Informationsdossiers zu stürzen und jede zur Verfügung stehende Minute ins Projekt zu investieren, doch gibt es noch viel mehr zu gewinnen: die Freundschaften, die in dieser Woche geschlossen werden und oft weit darüber hinweg bestehen bleiben.

Gruppenarbeiten Dienstag

Zielkonflikt
Das Wochenende in Davos ist für ein einziges Team – doch Freunde können wir alle gewinnen. Umso verständlicher, wenn unter diesen Umständen ein grosser Teil der Neueintretenden besonders auf letzteres abzielt. Besonders für die Tutoren stellt es eine grosse Herausforderung dar, wenn die Zielsetzung gruppenintern auseinandergeht. «Doch ist ein grösserer Teil der Studierenden an Leistung orientiert, als er dies offen zeigt», meint eine Tutorin und weist einen Studenten bestimmt darauf hin, dass seine Kaffeepause jetzt vorbei sei. (Jonas Streule, Daniel Bötticher)

Treffpunkt: [ad]hoc und MeetingPoint

Wenn man sich den lieben langen Tag mit Anspruchsgruppen, Geschäftsfeldprozessen und partiellen Ableitungen vergnügen kann, wünscht sich manch ein HSG-Student, dies möge niemals aufhören; doch leider kommen auch die schönsten Dinge im Leben irgendwann zu einem Ende. In solchen Momenten gibt’s für den Studenten von heute allerdings einen Ausweg, denn der intellektuelle Austausch über die Vorlesungsinhalte kann in der campuseigenen Studentenbar fortgeführt werden.

Das [ad]hoc, welches sich gleich neben der A-Mensa befindet, lädt mit seiner kuschligen Atmosphäre und der grossen Auswahl an Drinks und Snacks zu gemütlichem Beisammensein ein und ist deshalb der ideale Treffpunkt um seine Kommilitonen fernab der Vorlesungssäle besser kennenzulernen. So treffen sich auch diverse Vereine nach den Taesgeschäften auf ein gemeinsames Bier hier. Mit der Eröffnung 2011 ging ein langgehegter Traum vieler Studenten in Erfüllung: eine eigene Campusbar. «Sie ist ein Privileg, um das uns viele Austauschstudenten beneiden», sagt Geschäftsführer Michael Dombrowe.
Während der Vorlesungszeit ist das [ad]hoc von Montag bis Donnerstag, 12 Uhr bis Mitternacht geöffnet, am Freitag von 10 Uhr bis 20 Uhr, teils gar mit Weisswurstfrühstück.

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Vorreiter MeetingPoint
Noch vor der [ad]hoc-Ära hat im Mai 2006 am Blumenbergplatz 9 das MeetingPoint eröffnet. Zuvor wurde der Raum als Cafeteria genutzt und verwandelte sich von da an zweimal wöchentlich – meist als Treffpunkt vor dem Ausgang – in die erste richtige Studentenbeiz der Stadt. «Ich wollte den Studentinnen und Studenten das bieten, was ich mir selber gewünscht habe, als ich nach St. Gallen kam», so Dombrowe. Eine Studentenbeiz, in der man zu studentenfreundlichen Preisen etwas trinken kann und ein wenig Erholung findet. Zugänglich ist das MeetingPoint übrigens nur mit HSG-, FH- oder PH-Legi. Während der Startwoche ist das MeetingPoint jeden Abend ausser donnerstags, während der Vorlesungszeit immer mittwochs und donnerstags von 20 Uhr bis Mitternacht, freitags gar bis 1 Uhr geöffnet.
Günstig dank Studentenschaft
Beide Studentenbars entstanden aus dem «Bereich G», welcher einer von vier Initiativen der Studentenschaft (SHSG) darstellt. Sehr attraktiv sind neben den Gästen deshalb auch die Preise: 2.50 für einen Cappuccino, 3.– für eine Stange und 3.50 für einen Muffin, um nur einige Beispiele zu nennen. Finanziert werden die stadtweiten Tiefstpreise in den Nonprofitbars über die vier grossen SHSG-Semesterparties. Übrigens finden während der Startwoche im MeetingPoint ausgeflippte Events statt und am Donnerstag trifft man sich nach den Vereinspräsentationen im [ad]hoc.

Der Sommer der Revolutionen: Taschenverbot ist aufgehoben und es gibt eine neue Legi

Gratulation an die diesjährigen Assessies, welche Teil des ersten Jahrgangs überhaupt an der HSG sind, der von Studienbeginn an die HSG-Card in der Hand hält! Mit einem plastifizierten «Papierfötzel» als Legi müssen sie sich nicht mehr herumschlagen. Doch alles der Reihe nach. An der HSG hat sich über den Sommer eine kleine Revolution ereignet und die alte Legi aus Papier musste einer richtigen, echten Karte aus Plastik weichen. Damit die Neueintretenden aber auch zu schätzen wissen, was sie nun in ihren Händen halten, welch Privileg ihnen hier zugesprochen wurde, folgt eine kleine Anti-Ode an die alte Legi.

Legi ohne Namen

Die alte Legi war der Schandfleck der HSG. Die Karte war ein Stück dickes Papier, eingefasst in Plastik, auf welchem Name und Matrikelnummer mehr schlecht als recht gedruckt waren. Wer nach Bezahlung der Semesterrechnung eine fehlerfreie Legi – also eine, auf denen die Daten auch wirklich auf der Legi und nicht dem perforierten Papier nebenan aufgedruckt waren – im Briefkasten fand, konnte sich glücklich schätzen. Oft haperte es aber schon hier und man musste die Legi auf der Studienadministration ein erstes Mal austauschen.
Bücher gibt’s nur mit Strichcode
Ein paar Wochen später, das Semester hatte kaum begonnen, begann sich die Karte aufzulösen. Nach und nach blätterte die Schrift ab und spätestens ab der dritten Semesterwoche wurde das Ausleihen von Büchern an den Automaten in der Bibliothek schwierig bis unmöglich, weil sich nun auch der Strichcode auf der Rückseite verabschiedete. Drucken
konnte man noch – schliesslich benötigte man dafür auch eine se
parate Karte. Mit der neuen HSG-Card sind beide Funktionen in einer Karte vereint. Ohne Strichcode keine Bücher, und so fand man sich zum zweiten Mal im Büro der Administration, um die Karte auszutauschen. Und wessen Legi bis Ede der Vorlesungszeit noch nicht der Waschmaschine zum Opfer gefallen war, der erntete spätestens an der Prüfung fragende Blicke der Aufsichtsperson, die den Namen nicht entziffern konnte.
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Doch das ist jetzt Geschichte. Die neue HSG-Card ist quasi der Porsche unter den Legitimationskarten. Sie ist zugleich Legi, Druckkarte und Bibliotheksausweis und soll in nächsten Etappen auch bald Dienste wie bargeldloses Zahlen ermöglichen. Das Design der Karte wurde übrigens von einem Studenten entwickelt – sein Vorschlag erhielt von den Studentinnen und Studenten am meisten Stimmen.
Während die neue Super-Legi stillschweigend in die Briefkästen flatterte, kündigte sich die zweite Revolution an der HSG mit viel Lärm an. Nach jahrelangem Seilziehen zwischen den Studenten und der Bibliothek darf man nun seine Taschen mit in die Bib nehmen. Was für die neuen Assessies eine Selbstverständlichkeit sein dürfte, wurde aber bitter erkämpft. Bisher durfte die Bib nur betreten, wer seine Siebensachen in einen «Bib-Bag» – eine durchsichtige Plastiktüte – verstaute und seine Tasche in einem Schliessfach zurückliess.

Nach einem Pilotversuch in der Lernphase im vergangenen Juni gab die Bibliothek schliesslich klein bei und verbannte die Plastiksäcke für immer von der Bib. Damit man auch zukünftig seine Taschen mit in die Bibliothek nehmen kann, ist Rücksicht und Vernunft angebracht: Essen ist immer noch verboten in der Bib. Wer also sein Tutti Frutti trotzdem hineinschmuggelt, riskiert eine Rückkehr zum Plastiksack-Regime.

Ausserdem gilt weiterhin, dass die Bücher entweder bei der Bibliothekarin an der Theke oder an einem Automaten ausgeliehen werden müssen, sonst ertönt beim Gang durch die Tür der Alarm. Wer Bücher in seine Tasche packt, wird entlarvt.
Die neuen Assessmentstudenten profitieren von den hart erkämpften Verbesserungen. Die neue Legi und die Aufhebung des Taschenverbotes stehen sinnbildlich für die unermüdliche Studentenschaft – hier zu verstehen sowohl als das Kollektiv aller Studenten als auch die Organisation SHSG – und ihren Willen, Dinge zu verändern, zu verbessern und für ihre Interessen zu kämpfen. Das ist der Spirit der HSG. Viva la Revolución! (von Nina Amann)

Power Naps sind das Geheimrezept von SHSG Präsident Dardan Zeqiri

Dardan, was hat Dich motiviert, Dich als Präsident zu bewerben?
Dardan Zeqiri: Ich war schon vorher in der Studentenschaft aktiv und habe dadurch mitbekommen, wie die SHSG operiert und wie die Abläufe sind. Ich fand es sehr interessant, weil man viel Verantwortung übernehmen muss, was für die eigene Persönlichkeitsentwicklung sehr positiv ist. Zum anderen habe ich schon andere Erfahrungen machen können und habe das Gefühl, ich kann so auch anderen etwas zurückgeben. Ich denke, ich kann an der Uni mitwirken, um das Angebot weiterzuentwickeln. Mein persönliches Anliegen ist es, den Impuls in Richtung Modernisierung und Digitalisierung der Uni zu geben, wie zum Beispiel mit der neuen Legi.

Was sind Deine Aufgaben als SHSG-Präsident?
Zeqiri: Die SHSG ist nach dem Prinzip der Gewaltenteilung aufgebaut. Der Vorstand operiert als Exekutive und bespricht die Strategie der Studentenschaft, die dann vom Parlament abgesegnet wird. Als Präsident führt man den Vorstand mit seinen unterschiedlichen Ressorts. Man hat noch zwei weitere Handlungsfelder: die Uni nach aussen repräsentieren und eigene Projekte leiten. Ich engagiere mich zum Beispiel sehr für den Buddy Support, der sich an Assessis richtet, die nicht sofort in ein soziales Umfeld gelangen und erst wenige Leute kennen. Sie werden dabei über die Startwoche hinaus systematisch von älteren Studenten unterstützt.

2_Interview_bWie bringst Du diese Verpflichtungen mit Deinem Studium unter einen Hut?
Zeqiri: Es ist mit sehr viel Planung verbunden. Meine Woche ist schon am Sonntag voll. Man ist dadurch unflexibel und immer sehr beschäftigt, aber wenn man das Ganze vernünftig plant, dann geht es schon. Der Alltag muss von Anfang an geregelt sein, damit ich allen meinen Aufgaben auch nachkommen kann. Im Studium musste ich dafür ein wenig zurückschrauben. Ich mache weniger Credits und werde noch ein Semester anhängen. Mein Geheimnis sind viele Power Naps.
Kann man sich auch schon als Assessi in der SHSG einbringen?
Zeqiri: Ein wichtiger Bestandteil ist das EvaluationstTeam, wobei die Assessis nach dem Besuch der Veranstaltung die Professoren evaluieren können, Feedback geben und mitteilen, wo sie noch Verbesserungspotenzial sehen. Diese Vorschläge werden gerne aufgenommen, weil mit ihnen die Lehre stetig verbessert werden kann. Auch spannend sind andere Möglichkeiten in den Teams der SHSG oder der Initiative, wo man sich je nach Interessen engagieren kann. Dazu gehören unter anderem Prisma, Gastro, das Ressort International und die SKK.

Gibt es etwas, das Du den neuen Assessis mit auf den Weg geben kannst?
Zeqiri: Sie sollen sich irgendwo engagieren. Die Vereinslandschaft und HSG-Kultur leben vom Engagement der Studierenden. Ob man das über Interessenvereine oder die Studentenschaft tut, ist jedem einzelnen überlassen. Man muss nicht gleich im Vorstand sitzen, es reicht, wenn man einfach mit dabei ist und an den Events teilnimmt. (von Paula Patzelt)

Rektor Bieger – Der Mann mit den magischen drei

Als er auf seinen ersten Tag als Student angesprochen wird, zieht ein Schmunzeln über das Gesicht des derzeitigen Rektors Thomas Bieger. «Es war von vornherein schon einmal ein sehr guter Tag, da man dafür extra Urlaub von der RS erhielt.»

 

Rektor Thomas Bieger

Auch an der Universität Basel, an welcher Bieger damals Wirtschaftswissenschaften studierte und später promovierte, wurde regelmässig eine Orientierungswoche als Einstieg für die neuen Studenten durchgeführt. Veranstaltet wurde diese in der Bibliothek, deren Atmosphäre beim jungen Studenten einen bleibenden Eindruck hinterliess. «Diese ganze Atmosphäre des Wissens und der Neugier hat mich fasziniert. Ebenso die Tatsache, Leute forschen und sich in freier Arbeit Wissen erarbeiten zu sehen.» Doch auch seine Professoren, mit welchen er teilweise noch Jahre später in Kontakt stand, beeindruckten ihn; dies insbesondere aufgrund ihrer internationalen Vernetzung, der Aktualität ihrer Forschung und ihrer Kompetenz, Hintergründe zu aktuellen Fragen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft liefern zu können. «Diese Faszination, an der Quelle von Wissen zu sein, Persönlichkeiten zu begegnen, die etwas zu sagen haben und dies auch aktiv zu tun, das hat motiviert.»
Ausrichtung im Dreiklang
Thomas Biegers Werdegang war nach eigener Aussage seit jeher durch drei Themen geprägt: Zum einen betätigt er sich in der Lehre, betreibt Forschung und publiziert, schwergewichtig im Bereich Tourismus, aber auch im Dienstleistungsmanagement und Marketing. Als zweites hatte er mehrere Leitungsfunktionen inne, war beispielsweise lange Zeit in der Geschäftsleitung der ehemaligen HWV, und auch sein aktuelles Amt als Rektor zählt in diesen Bereich. Seine Rolle als Rektor beschreibt er dabei hauptsächlich als Coaching-Funktion, wobei mit Menschen reden den Löwenanteil ausmache, sei dies mit Kollegen, Studierenden, Journalisten, Politikern oder Sponsoren. Als drittes habe er auch schon immer ein Praxisbein gehabt, sagt Bieger. Er arbeitete in verschiedenen Funktionen im Tourismus und hatte auch diverse Verwaltungsratsmandate inne. Dieser Dreiklang sei ein wenig HSG-typisch und mitunter ein Grund, warum er sich hier so wohl fühle.
Erwartungen und Ratschläge
Weiter typisch sei für die HSG auch ihr Charakter einer Willensuniversität, da rund 90 Prozent der Studenten von ausserhalb kommen und sich folglich sehr bewusst für ein Studium an dieser Institution entschieden haben. Mit dem Umzug in die Ostschweiz und dem Verlassen des gewohnten Lebensumfeldes bestehe bei den Studenten auch ein grösseres Interesse daran, Beziehungen zu ihren Kommilitonen aufzubauen, was letztlich zur einzigartigen St. Galler Atmosphäre beitrage. «Von den neueintretenden Studierenden erwarte ich deshalb auch, diese gelebte Kultur von Erreichbarkeit, von Hiersein, von gegenseitigem Respekt und dem Willen, Teil eines Campus zu sein, weiterzutragen und zu geniessen, denn sie ist etwas sehr Spezielles.» Dass Bieger diese Philosophie selbst verinnerlicht hat, wird spätestens ersichtlich, wenn man von ihm unerwartet auf dem Flur gegrüsst wird.
Weiter wünsche er sich von den Neuankömmlingen auch eine gewisse Neugier für die Materie sowie Respekt und Dankbarkeit gegenüber dem Staat und der breiten Bevölkerung, welche das Studium hier erst ermöglichten. Ebenso wichtig seien auch eine Arbeitsplanung und überlegte Priorisierung, nicht zuletzt jedoch auch, an diesem wichtigen Lebensabschnitt Spass zu haben, Freunde zu pflegen, Sport zu treiben und die Region zu geniessen. (von Luana Rossi)

Los geht’s: Mit der Startwoche beginnt das Studi-Leben

Nun ist es also so weit: Für über 1400 Assessmentstudenten fällt heute der Startschuss in einen neuen Lebensabschnitt. Vorbei sind die Zeiten, in denen Mama die Wäsche macht und sich leckere Abendessen von alleine auf den Tisch zaubern. Auf einmal ist man auf sich alleine gestellt. Der Startschuss für den universitären Teil des Studi-Lebens ist da schon einfacher – Startwoche sei Dank! Die «Freshers’ Week» ist quasi der Crashkurs für das Studium: Die Neueintretenden erfahren nicht nur, wo sie ihre Bücher kaufen und wie in der «Bib» Bücher ausgeliehen werden können, sie lernen durch die Fallstudie auch, wie an der Universität St. Gallen gearbeitet wird.

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Komplexe Aufgaben lösen
Die Startwoche dient als perfekte Vorbereitung auf das Studium an der HSG. In kleineren Gruppen und betreut von Tutoren höherer Semester bearbeiten die Neueintretenden eine Fallstudie zum Thema «Zukunftsraum Schweiz – Risiken und Chancen». Das damit verbundene gemeinsame Lösen von komplexen Aufgaben, gemeinsame Erfolgserlebnisse und Unternehmungen sollen Kooperation, Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und eigenständiges Denken fordern und fördern – Eigenschaften, die es an der HSG braucht.

 

Medial unterwegs
Alternativ zur Fallstudie begleiten rund zwei Dutzend Assessmentstudenten die Startwoche im Doku-Team medial auf Radio toxic.fm, auf dem Regionalsender TVO und im vorliegendem Startblatt.
Der Beginn des Studiums ist auch der Zeitpunkt für neue Freundschaften und Begegnungen. Dieser Aspekt kommt in der Startwoche dank gemeinsamem Abendprogramm ebenfalls nicht zu kurz. So wird vielleicht aus einem schüchternen Händeschütteln am ersten Tag des Studiums eine lebenslange Freundschaft, Uni und Stadt vom fremden Ort ganz bestimmt zum neuen Zuhause – willkommen!

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