HSG-Alumni: Kennst du diese Berühmtheiten?

Als eine der führenden Universitäten im Bereich der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften in Europa brachte die Universität St. Gallen eine Reihe von herausragenden Persönlichkeiten in Politik sowie Privatwirtschaft und Gesellschaft hervor. Damit du die wichtigsten Absolventen deiner Uni kennst, findest du nachfolgend die anonymen Steckbriefe in Formvon fiktiven Erzählungen drei ehemaliger HSGler. Kennst du sie alle? Die Lösungen findest du unter dem HSG-ABC auf Seite 3.

CEO in der Schmuckindustrie
Ich bin am 23. Oktober 1954 geboren. Nach meiner Matura habe ich zwei Jahre an der Universität St.Gallen Marketing studiert. Mein Vater Nicolas war einer der bekanntesten Unternehmer der Schweiz. Bereits 2003 übernahm ich den Posten des Chief Executive Officer im Konzern meines Vaters. Nach seinem Tod wurde ich in den Verwaltungsrat der Firma gewählt. Die Unternehmung zählt weltweit zu den wichtigsten Firmen in der Uhren- und Schmuckindustrie.

Bündnerfleisch und Bundesrat
Ich bin 72-jährig und habe 1972 mein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der HSG abgeschlossen. Von 2003 bis 2010 war ich Teil des Schweizer Bundesrates nachdem ich einige Jahre meine Partei, die FDP, im Ständerat vertreten habe. 2009 amtierte ich zudem als Bundespräsident. Mein Lieblingsessen? Vermutlich Bündnerfleisch.

Staatsoberhaupt und Fürst
Bis 1969 habe ich an der HSG BWL und VWL studiert. Ich bin in Zürich geboren, bin jedoch kein Schweizer. Seit 1989 trage ich den Fürstentitel und bin somit Staatsoberhaupt von 37000 Einwohnerinnen und Einwohnern und einer von wenigen Fürsten Europas. (Text: mo)

GEHEIMTIPS

Was gibt es Schöneres, als nach einem langen Arbeitstag in der Bibliothek mit Freunden etwas trinken zu gehen, um den Kopf einmal richtig durchzulüften? Hier drei ausgewählte Bars, bei denen es sich lohnt, vorbeizuschauen. Es hat für jeden Geschmack etwas dabei.

vdtb-10.09.15-0023Rock Story Brew: 2015 gegründet, ist diese Bar ein brandneuer Geheimtip im sogenannten Bermuda-Dreieck in der Altstadt. Bei Rockmusik kann man nebst den klassischen Getränken Biersorten aus der ganzen Welt geniessen. Im Keller braut das kreative Bar-Team sogar sein eigenes Malzgetränk. Fussballbegeisterte Biertrinker werden sich hier heimisch fühlen; die wichtigsten Spiele können live auf der Leinwand mitverfolgt werden.

Fazit: Ein Cocktail aus Fussball, Bier und Rockmusik. (www.fb.com/RockStory)

Di bis Do: ab 17 Uhr
Fr und Sa: ab 16 Uhr

 

vdtb-10.09.15-0024Galleria: Zu topaktueller House Music von lokalen DJs kann man auch in dieser Bar in der Nähe des Marktplatzes ein breites Angebot an Drinks geniessen. Das tolle Extra ist der Garten, in dem man sowohl die Sonne geniessen wie auch die Sterne beobachten kann. Der beliebte Studententreffpunkt bietet eigene Shaker-Spezialitäten an.

Fazit: Zentrale, sympathische und junggebliebene Bar. (www.galleria-sg.ch)

Di bis Do: 17–24 Uhr
Fr und Sa: 17–1 Uhr

 

 

vdtb-10.09.15-0025Oya: Tagsüber ein gemütliches Café, wandelt sich das Oya abends zu einer Bar, die auch einen breiten Veranstaltungskalender mit Konzerten und DJ-Auftritten bietet. Das skandinavische Flair spiegelt sich auch auf der Getränkekarte wider. Den Besuchern wird eine Auswahl an nordischen Biersorten angeboten. Bequeme Sitzgelegenheiten wie etwa Sessel und Couches laden zum Verweilen ein. Erwähnenswert ist, dass dieses Lokal auch für Privatveranstaltungen gemietet werden kann.

Fazit: Wandlungsfähige Location mit skandinavischem Touch. (www.oya-bar.ch)

Di bis Do: 9–24 Uhr
Fr und Sa: 9–1 Uhr

Wohltäter oder Geizhals?

Im Startwochencaf´e bezahlt jeder so viel in die WertBox, wie ihm «gratis» wert ist. (Bild: Felix Brugger)

Im Startwochencafé bezahlt jeder so viel in die WertBox, wie ihm «gratis» wert ist. (Bild: Felix Brugger)

Universität St. Gallen, sechster Platz unter den Business Schools in Europa, Mekka für die Jünger des Kapitalismus. Ausgerechnet hier hat während der Startwoche ein Projekt Schule gemacht, welches zum Nachdenken über den Massenkonsum anregen soll, welches eine andere Form des Wirtschaftens testet. Es stellt einen Gegenentwurf zu der bedingungslosen Verehrung von Angebot und Nachfrage dar: die WertBox. Wie viel ist dir das Angebot wert, wie viel gibst du freiwillig?

Hemmschwelle sinkt
Die WertBox ist Teil des Startwochencafés, das sich dieser Tage zum Lieblingsort der Assessies mausert. Das Café versorgt die angehenden Studenten mit Kaffee, Süssgetränken und ganz unterschiedlichen Snacks. Wie viel Franken jeder in die unscheinbare WertBox wirft, bleibt ihm überlassen – manche zahlen jedes Mal, andere haben am Anfang gezahlt – doch nehmen sie die Versorgung mit der Zeit als immer selbstverständlicher wahr. Auch den engagierten Studenten der Support Crew, die im Café arbeiten, fällt auf, dass viele Assessies freiwillig nicht bereit sind, etwas zu geben. Die Artikel stammen von Sponsoren, die die Zuständige aus dem Campus Credit Team, Lucie Bischof, im Vorhinein angefragt hat. Organisiert wird die WertBox von ihr, den anderen drei Mitgliedern des Campus Credit Teams und der Projektleitung der HSG. Letztes Jahr wurden für das Projekt «Schutzwald », welches sich für das Pflanzen neuer Bäume einsetzt, rund 2500 Franken gesammelt.

Abwechslung für kranke Kinder
Steht man gerade in der Schlange an und freut sich schon auf sein heiss geliebtes Lebenselixier am Morgen, wird man von einem Infoscreen über das Projekt, dem das gesammelte Geld dieses Jahr zugute kommt, in Kenntnis gesetzt. Dieses Jahr wird das Geld an die Stiftung Theodora gespendet. Die 1993 gegründete Stiftung bildet professionelle Artisten aus, die in 54 Spitälern schweizweit den Kindern eine Abwechslung zum ernsthaften und eintönigen Klinikalltag bieten. Zusätzlich betreut die Stiftung zwei Projekte für Kinder mit Behinderung und unterstützt die Spitalclowns durch psychologische Beratung, um mit Belastungen, die mit dem Beruf einhergehen, zurecht zu kommen. Auf die Frage, warum dieses Projekt gewählt wurde, erklärt Lucie Bischof, das Team habe nach dem letztjährigen Projekt ein Vorhaben gesucht, mit dem sich die Studenten besser identifizieren können.

Ideen für die Zukunft
Vielleicht kann die WertBox die angehenden Studenten ja für ihre Zukunft dazu anregen, über Alternativen zu dem vorhandenen System nachzudenken und über den Tellerrand hinaus zu schauen. Schliesslich zeigt gerade dieses Projekt, dass die HSG offen ist für neue Ideen und Konzepte. Und vielleicht kann dieser Artikel ja bewirken, dass der eine oder andere seinen persönlichen Umgang mit dem Projekt Wert- Box bis Freitag nochmal hinterfragt. (Text: Tabea Wich)

Zwischen zwei Welten

Topmanager Dr. Burkhard P. Varnholt ist CIO bei Julius Bär. (Bild: Felix Brugger)

Topmanager Dr. Burkhard P. Varnholt ist CIO bei Julius Bär. (Bild: Felix Brugger)

Investment Banking Morgan Stanley, ehemaliges Mitglied der Credit-Suisse-Geschäftsleitung, Träger des SwissRe-Milizpreises und ehemaliger CIO bei Bank Sarasin. Der 1968 in Köln geborene Burkhard Varnholt hat eine Bilderbuchkarriere hinter sich. Eine Persönlichkeit, die mit einem Auftritt am HSG-Alumni- Abend zu fesseln wusste. Der eloquente und extrovertierte Manager ist auch Familienvater und Gründer eines Kinderdorfs. Varnholtwarlange nicht sicher, ob die HSG die richtige Uni für ihn sei. Obwohl er den HSG-Aufnahmetest für Ausländer erfolgreich absolvierte hatte, startete er zuerst in Köln mit einem Jurastudium. Der Grund für den Wechsel an die HSG war ein Freund, der ihn bereits nach zwei Wochen überzeugen konnte. In St. Gallen startete er also 1986 mit BWL seine Uni-Karriere, welche noch bis 1994 dauern sollte.

Waisendorf in Uganda
Nachdem Doktorat an der HSG arbeitete Varnholt bei Morgan Stanley in London. Eine Zeit, in der er sieben Tage die Woche rund um die Uhr präsent sein musste. Eine solche Arbeit ist nicht in jedem Alter möglich. Mit sportlichen Mitte 20 war solcher «Hochleistungssport» machbar. Nach den Erfahrungen in London war Varnholt während 10 Jahren bei der Credit Suisse Mitglied der Geschäftsleitung. In dieser Zeit entstand die Organisation Kids of Africa, welche als Verein ein Waisendorf betreut. Ein Bettelbrief im Jahr 2004 war der Auslöser für die Aktion: Varnholt beantwortete diesen, und aus dem Briefkontakt ging eine Unterstützung hervor. Heute ist Varnholt Gründer und Betreiber eines Waisendorfes in Uganda und unterstützt so Kinder mit einem schweren Schicksal.

Erinnerungen an das Studium
Wie erlebte Varnholt seine Zeit an der HSG? Die ersten Semester hat er als fordernde, interessante und abwechslungsreiche Zeit in Erinnerung. Stichworte, die womöglich die meisten Studenten mitdemeigenen Studiumsanfang verbinden können.

«Erfolg ist einfach: Er folgt»
Arbeitsstrategien und Tips für die erste Zeit gibt’s viele. Sollten die drei wichtigsten Tips für ein erfolgreiches Studium genannt werden, so würden sich diese für Varnholt folgendermassen gestalten: «Erstens, arbeitet systematisch und konzentriert euch auf die Dinge, die ihr am besten könnt.» «Zweitens, lernt. Seid nicht zu fest fokussiert auf den Ausgang des Studiums. Das Wort ‹Erfolg› würde sich selbst bereits gut beschreiben: Er folgt.» «Drittens, nutzt eure Zeit! Schaut über den Tellerrand hinaus, verliert keine Zeit und bereist dieWelt!» Als Ergänzung zum systematischen Arbeiten und Fokussieren und auf die Frage, wie man Studium und Ausgang miteinander verbinden sollte, ergänzt Varnholt: «Man kann nicht König der Nacht und des Tages gleichzeitig sein.»

Im Hier und Jetzt leben
Heute wohnt Varnholt in Zürich im «Schiffsbau» im trendigen Kreis 4, einem Haus, das seine Frau, welche Architektin ist, gebaut hat. Varnholts haben zwei Söhne (zehn und zwölf). Ob auch sie einst in die Fussstapfen des Vaters treten, ist noch unklar. Einer der Söhne scheint schon andere Ziele zu verfolgen und möchte Fussballstar werden. An seiner Karrierenplanung soll sich nichts ändern: Im Hier und Jetzt leben und mit den Gedanken nicht nur beim nächsten Karriereschritt zu sein, sei der nachhaltigste Weg. Seine Karriere sei nicht das Resultat einer minutiösen Planung, sondern aus einer Abfolge von Zufällen hervorgegangen, sagt er. (Text: Daniel Bötticher und Felix Brugger)

Frage des Tages

«Was trägst du persönlich zur Fallstudie bei?»

 

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Valentin (18): Das Thema Flüchtlingspolitik interessiert mich persönlich sehr. Meine Expertengruppe erstellt zu dieser Thematik konkret ein Worst-Case- Szenario. Die Arbeit läuft gut, natürlich sind aber nicht alle gleich motiviert, Zeit in das Projekt zu investieren.

 

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Maurice (23): Wir bearbeiten ein Szenario zu Hitze und Dürre. Mir ist es wichtig, das Projekt kritisch zu hinterfragen. Es ist nicht immer einfach, einen gemeinsamen Kontext zu finden, da jeder eine andere Arbeitsweise hat.

 

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Hannah (20): Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit unserer Gruppenarbeit, auch wenn unser Thema nicht viel Kreativität zulässt. Wir setzen uns mit dem Fall eines Lebensmittelskandals auseinander, wo es nicht immer einfach ist, konkrete Beispiele zu finden.

«Gaudeamus igitur» hoch über St. Gallen

Samuele Barbera, Präsident der Emporia-Alemannia San Gallensis. (Bild: Felix Keckeis)

Samuele Barbera, Präsident der Emporia-Alemannia San Gallensis. (Bild: Felix Keckeis)

Studentenverbindungen werden gemeinhin den postmodernen Trinkgelagen zugeordnet. Der Wandel der Zeit macht auch vor diesen traditionsreichen Vereinen nicht halt – eine Momentaufnahme.

Vom Treffpunkt bei der Fliege Erika geht Samuele v/o Moderat (im Bild), Präsident der Studentenverbindung Emporia, in einen ruhigeren Teil der zur Zeit sehr gut besuchten Uni. Er trägt seine «Farben» bestehend ausMutz (Hut), einem glitzernden und klimpernden Anhänger, der «Bierzipfel» genannt wird, und dem farbigen Band. Blau, silber und schwarz repräsentativ für Treue, Ehre und Pflicht.

Geselligkeit mit Tradition
Man lege Wert auf die Dauerhaftigkeit und Verbindlichkeit der hier geschlossenen Freundschaften, welche meist lange über das Studium hinaus bestehend blieben, wie Samuele Barbera erklärt. Auch Disziplin undHierarchie sind ein Thema. So verhält man sich bei den wöchentlichen Treffen gemäss dem Regelwerk – dem Comment: Die «Füxe» servieren den älteren «Burschen» ihr Bier. Die Aufgaben und Zuständigkeiten sind klar geregelt. Mehr Rechte heisst auch mehr Pflichten. Bis zu ihrer «Fuxifikation » sind die Neumitglieder zwar nur Ausführende, aber dafür auch nicht mit Organisatorischem betraut. «Diese Verhaltensregeln sind wichtig, so dass der gesellige Betrieb nicht zum Saufgelage ausartet.» sagen auch Philipp v/o Lancelot und Carole v/o Havana von der Verbindung Notkeriana, die auch Frauen aufnimmt. Eine Ausnahme in der St. Galler Verbindungslandschaft, doch seien die weiblichen Verbindungsbrüder inzwischen nicht mehr wegzudenken. «Dafür kennen wir keine Nachwuchssorgen ». Die gleiche Tradition werde heute anders ausgelebt. Vorbei sind auch die Zeiten, wo die meisten Verbindungen noch «schlagend» waren, d. h. das Fechten fest dazugehörte. Auch der Bier-Comment wird längst nicht mehr bis zum Trinkzwang ausgelebt. Man erlebe Rückhalt statt Demütigung, familiäre Umgang statt Repression. «Es gilt einige Vorurteile zu revidieren.» sagen Philipp und Carole.

Ein Teil der HSG
Besonders bei Bachelor- oder Master-Graduations treten die an der HSG aktiven Studentenverbindungen in Erscheinung. Jeweils drei Mitglieder samt Fahne schaffen zusammen ein Arrangement, welches durch das Singen des altehrwürdigen Studentenliedes «gaudeamus igitur» abgerundet wird. Auch wenn man nicht mehr wie früher die gesamte Festgesellschaft auf einem Umzug nach der Feier zum Vadiandenkmal führt, um dort die Graduation abzuschliessen, haben diese Worte ihren Zauber und ihre ursprüngliche Bedeutung nicht verloren. (Text: Jonas Streule)

Die alles entscheidenden Schlussminuten rücken näher

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Mit der richtigen Taktik gewinnt man nicht nur im Sport, sondern auch in der «Fallstudien-Partie» den Meistertitel: das Wochenende in Davos. (Bild: Frédéric Baur)

Die zweite Halbzeit der «Fallstudien-Partie» ist bereits angebrochen. Währenddem einige der 60 Fallstudien-Gruppen schon über konkrete taktische Vorstellungen für das am Freitag vorzustellende Schlussprodukt verfügen, wird in anderen Teams unverbindlich über Bastelideen mit Pet-Flaschen, fehlendes Talent für eine Poetry- Slam-Darbietung und zeitraubende selber verfasste Raps philosophiert. Den aktuellen Rückstand gilt es in Windeseile wettzumachen. Dafür stehen die Coaches (Tutoren) und vor allem die Spielerkader (die Assessies) in der Pflicht – die Uhr tickt unerbittlich. Auf Gewinnchancen des eigenen Teams angesprochen, erhält man im Halbzeit- Interview vorsichtig formulierte Antworten. Oft ist von «Aussenseiterchancen » die Rede.

Vom Bundesrat aufgeboten
Einige Studenten nehmen die Bearbeitung der Fallstudie als Beschäftigungstherapie wahr, andere schätzen die sehr realistischen Szenarien, die in der Fallstudie abgehandelt werden. Dass die Ansetzung des Spiels – der Auftrag – im Namen des schweizerischen Bundesrats erfolgte, stösst auf unterschiedliches Echo. «In der aktuellen Situation fühle ich mich kaum verantwortlich. ImErnstfall wäre es aber natürlich eine Ehre, vom Bundesrat beauftragt zu werden », meint die Assessment-Studentin Beatrice Borio. Andere verlieren hingegen keinerlei Gedanken an den prominenten Auftraggeber.

Lucky Punchs in letzter Sekunde
Für die Fallstudien-Gruppen ist die Schlussphase endgültig angebrochen – in wenigen Stunden steht der Schlusspfiff und die Abgabe des Risikoberichts bei der Bundeskanzlei an. Bis dahin werden durch Lucky Punchs die Aussenseiterchancen aufpoliert und apokalyptische Entwicklungen munter weitergesponnen. Der zu gewinnende Meistertitel ist Motivation genug. (Text: Frédéric Baur und Fabian Kleeb)

St. Gallen bei Nacht – Studis in Partylaune

Von überall her strömten die Assessies in den letzten Tagen nach St. Gallen. Unter ihnen auch viele internationale Studentinnen und Studenten, welche die Stadt bis jetzt nur von ihrer idyllischen und ruhigen Seite kennen gelernt haben. Eine Frage, die sich viele stellen: “Wie ist wohl das St. Galler Nachtleben?“. Auch jene Assessies, die aus den anderen Teilen der Schweiz kommen, wissen auf diese Frage bei Ankunft noch keine Antwort.

Trischli Ausgang 3
Mit den Tutoren ins Nachtleben
Das wird sich in der Startwoche jedoch schnell ändern. Von Montag bis Mittwoch sind die Clubs voll mit Tutorinnen und Tutoren, die gemeinsam mit den Neuankömmlingen nach der harten Arbeit an der Fallstudie in das St. Galler Nachtleben eintauchen. Das Überstehen der Startwoche wird am Freitag bei der Abschlussparty der Studentenschaft im Elephant und im Backstage gefeiert. Unter den vielen St. Galler Clubs gibt es drei, die während der Startwoche Studentenparties organisieren, das Trischli, das Elephant und das Backstage. Mit verlockenden Angeboten wie freien Eintritten oder gratis Drinks für die Tutoren versuchen sie, ganze Gruppen zu ködern. So sollen die Neuen dazu animiert werden, später weiterhin den jeweiligen Club aufzusuchen.

Das HSG-Studentenmagazin prisma berichtete letztes Jahr bereits von diesen umstrittenen Anlockversuchen. In ihrem Artikel wird unter anderem auch die Haltung der Universität in dieser Angelegenheit beleuchtet. Den Link zum spannenden Text findet man auf ihrer Facebook-Seite. Die Studentinnen und Studenten stört das Ganze jedoch kaum, sie freuen sich über jedes Gratisangebot und feiern bis zur späten Stunde.

Trischli Ausgang 2
Mittwoch ist Partytag
Während des Semesters lässt sich auch der ambitionierte HSG-Student nicht davon abbringen, das Nachtleben zu geniessen. Weil jedoch viele am Wochenende nach Hause fahren, finden die Parties unter der Woche statt, klassischerweise mittwochs. Was die Musik anbelangt, unterscheiden sich die drei oben genannten Clubs nicht gross. Grundsätzlich kann man aber sagen, im Trischli tanz man häufiger zu Hip-Hop und R’n’B, im Backstage mehr zu elektronischer Musik und im Elephant hört das Publikum meistens Partytunes/Charts.

Trischli Ausgang
St.Gallen bietet noch mehr
Es scheint, HSG-Studenten können ihnen nicht entkommen, den drei bekannten St. Galler Clubs. Aber wo feiern eigentlich die Einheimischen? Am Wochenende hat die Kantonshauptstadt ein grösseres und vielfältigeres Angebot. Zum Beispiel die beiden Event-Locations Palace und Kugl. Dort treten regelmässig international bekannte Acts auf, wie Felix Kröcher und Kool Savas auf. Es lohnt sich also auch einmal, ein Wochenende Zeit zu nehmen, um die Alternativen in der Stadt zu entdecken. (Felix Brugger, Nadine Hitz)

Artenvielfalt auf dem Rosenberg

Im Assessment sind noch alle zusammen, doch woran lassen sich eigentlich die künftigen Studenten verschiedener Studiengänge erkennen? Das Startblatt hat die gängigsten Stereotypen gesammelt. 

Uhr1. Der BWLer. Rosa Hemd, aufgestellter Kragen, Pullover locker darüber geworfen und vor der Brust zusammen geknotet. Die Schuhe sind entweder aus Lack oder Leder – Mokassins sind diesen Sommer die Schuhe der Wahl des BWL Studenten. Nicht zu vergessen ist die Rolex am Handgelenk. Mit der Wahl protziger Accessoires zeigt er, dass sein Vater, und natürlich bald auch er, sehr viel Geld verdient. Er sprudelt nicht gerade über vor besonderen Begabungen künstlerischer, mathematischer oder sprachlicher Art, die ihn zu einem andere Studium befähigt hätten. Überlässt man ihm in einer Gruppensituation die Führung, ist er glücklich wie der Fisch im Wasser. Beim Smalltalk auf dem Campus ist er an seinem betont konservativen Weltbild zu erkennen. Begeisterung kennt er nur für sein Fach und den Kapitalismus im Ganzen. Der BWL-Student ist risikoavers bezüglich seines Studiums und auch sonstigen Entscheidungen – der Karriereweg ist bereits durchgeplant und führt steil hinauf ins Zentrum der Macht. Er rackert sich in allerlei Soft-Skills-Seminaren ab, um solch wichtige und zentrale Fähigkeiten wie Delegations-, Präsentations- und Kritikkompetenz zu erlernen. Zu empfehlen wäre dem BWLer einem der zahlreichen Vereine an der HSG beizutreten, um die soziale Ader zu pflegen. Wiedererkennungswert: 40%

 

 

Grafik2. Der Vwl-Student. Am schwersten zu erkennen ist wohl der VWL-Student. Man könnte meinen, er gleiche aufgrund der fachlichen Nähe dem BWLer, doch gibt es erhebliche Unterschiede. Wo der BWL-Student jedes Risiko scheut, freut sich der VWLer schon auf das heiss geliebte Spekulieren und in die Zukunft Orakeln. Gemeinsamkeiten lassen sich aber durchaus finden, betrachtet man beispielsweise das Äussere der BWL- und VWL-Studenten. Am leichtesten lässt sich der künftige VWL-Student im Assessment-Jahr in den Mathe-Vorlesungen erkennen. Während der Rest der Studenten noch über Ableitungen und Integrale rätselt, fühlt sich der VWLer pudelwohl in der Welt der Zahlen und Graphen. Das geliebte mathematische Universum ist für ihn auch Ersatz für die sonst eher spärlichen Sozialkontakte Er ist durchaus interessiert an der Aussenwelt, schliesslich hat er vor, diese in Zukunft zu gestalten. Allerdings ist er davon überzeugt, dass diese und alle in ihr vorhandenen Menschen nach den Regeln der Logik und Mathematik zu funktionieren haben. Zu empfehlen wäre dem VWLer wohl ein wenig soziales Interaktionstraining, in dem er lernen könnte, dass tatsächlich Ereignisse zwischen Himmel und Erde passieren, die sich nicht an Modelle und Formeln halten. Wiedererkennungswert: 30%

 

Bücher3. Der Ecolawer. Und dann sind da noch die «Superhirne». Sie trauen sich zu, sowohl den fast ungekürzten Stoff der BWL, als auch der Rechtswissenschaft anzueignen. Aller Intelligenz zum Trotz: Law/Eco-Studis sind «Lernmaschinen», ja nahezu bekennende Streber. Zeit, um in der Universität modische Glanzpunkte zu setzen, bleibt logischerweise nicht. Es wachsen Frauen und Männer heran, die sich so langweilig wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel einkleiden. Selbstverständlich finden die viel beschäftigen Ecolawer rein gar keine Zeit für ein erfüllendes Privatleben. In Bars und Clubs stürzen die Nonstop-Lernenden höchst selten ab. Und im persönlichen Gespräch kommen umgehend die von ihnen heiss geliebten Wirtschafts- und Rechtsthemen zum Zug, über den Tellerrand hinausschauen existiert für Ecolawer nicht. Der markanteste Unterschied zwischen Jura-Studenten und Ecolawern sind die Mathe-Kenntnisse. Währenddem man mit der rechtswissenschaftlichen Vertiefung die Mathe elegant links liegen lässt, darf sich der zukünftige Rechts- und Wirtschaftsprofi noch damit herumschlagen. Um drohenden Burn-outs vorzubeugen, werden regelmässige Besuche des Ruheraums empfohlen. Mehr als ein viertelstündiger Power Nap liegt aus zeitlichen Gründen allerdings nicht drin. Wiedererkennungswert: 40%

 

 

Richter4. Der Jura-student. „Es kommt darauf an“ ist das Paradebeispiel des nichtssagenden Juristen-Deutsch. Dies stellt – neben dem Outfit – einen triftigen Grund dar, weshalb sich Jura-Studenten untereinander sofort erkennen. Überteuerte Anzüge, schleimig nach hinten gegelte Haare und altmodische Segelschuhe lassen die Studentengruppe auffliegen. Allerdings bestehen für Aussenstehende grossflächige Überschneidungen zwischen BWL- und Jura-Studenten. Im Zweifelsfall heben sich die beiden Klassen durch Unterschiede im sprachlichen Ausdruck ab. Nicht von Börsenkursen und Prozentsätzen, sondern von heiss geliebten Paragrafen, Artikeln oder Absätzen parlieren die Rechtler nonstop. Durch exklusive Hobbys wie Golf, Reiten oder Eisstockschiessen heben sich die häufig Mathe hassenden Studis der Rechtswissenschaft weiter ab. Die Meister des Auswendiglernens müssen ein nahezu inexistentes Privatleben sowie Vorurteile à la «wer nicht weiss was er werden will, studiert Jura» oder «geldgeil» ertragen. Um nicht als Jura-Kaffeemaschinen-Reparateur zu enden, müssen angehende Juristen ihren durch die Last der Gesetzbücher krumm werdenden Rücken trainieren, zurückgezogen leben und die eiserne Disziplin Tag und Nacht hochhalten – darauf kommt es wirklich an. Wiedererkennungswert: 50%

 

 

Landkarte5. Die IAerin. Hier wurde für den Untertitel bewusst die weibliche Form gewählt – in keiner anderen an der HSG angebotenen Studienrichtung ist der Frauenanteil höher. Wobei sich neben den zahlreichen Frauen mit den nicht immer konservativen Frisuren auch der eine oder andere Frauenheld für ein Studium der internationalen Beziehungen anmeldet. Nach unzähligen Zwischenjahren und dem damit verbundenen Erlernen von Sprachen und neuen Kulturen wagen die zukünftigen Aussenpolitikerinnen den mutigen Schritt an die, von der Wirtschaft geprägten, HSG. Die IA-Studenten sind im Direktvergleich die mit Abstand am besten wiederzuerkennende Gruppe. Durch ihre offene Art sowie die farbigen, teilweise gar ausgefallenen Kleider fallen sie dem gewöhnlichen HSGler in Sekundenbruchteilen auf. Die politisch eher links stehenden Studis sehen ihr Studium und ihren späteren Karriereweg als Berufung. Dies ist vorwiegend auf ihre stark ausgeprägte soziale Ader und ihre Liebe zu Menschen aller Herkunft zurückzuführen. Vor allem Südamerika und Afrika stehen bei den IAer/innen hoch im Kurs – sie wissen ihr Helfersyndrom nicht zu bändigen. Aufgepasst: Neben all den guten Taten für Mensch und Umwelt können die eigenen persönlichen Bedürfnisse auf der Strecke bleiben. Wiedererkennungswert: 80%

(Von Fabian Kleeb und Tabea Wich)

Welches Café darf’s denn sein?

Die Stadt hat einiges zu bieten. In dieser Rubrik verrät euch das Doku-Team Print täglich die besten Insider Tipps rund um Essen, Trinken und Kultur. Das Wichtigste zu Beginn: Kaffee.

Kafi Franz
Kafi FranzLust auf einen kurzweiligen Kaffeetratsch unter Freunden? Mit gemütlichem Ambiente lädt das Kafi Franz zum Schlemmen und Verweilen ein. Ob Frühstücksplausch, schnellen Lunch oder kleinen Snack, neben diversen Kaffe -Spezialitäten werden auch die kulinarischen Bedürfnisse gedeckt. Die Hausspezialität, das Eiskaffee mit Vanillesirup, begeistert nicht nur Kaffeeliebhaber und macht eindeutig Lust auf mehr.

Fazit: Der perfekte Kaffee- und Kuchen-Treffpunkt.
www.kafifranz.ch
Di – Do: 9h – 23h
Fr & Sa: 9h – 00:30h

 

 

Kaffeehaus
KaffeehausIn diesem kreativ eingerichteten Café kommen die Gourmethipster und Kaffeekenner unter euch auf ihre Kosten. Eine dampfende Tasse frisch gerösteter Kaffee aus hauseigener Röstmanufaktur bringt den Kaffeegenuss auf ein neues Level. Kreativität und Innovation liegen förmlich in der Luft, ein perfektes Umfeld für produktive Arbeitsstunden oder einen behaglichen Lesenachmittag. Das Vorbeischauen lohnt sich, neben Kaffee und Kuchen stehen auch diverse kulturelle Angebote auf der Karte.
Fazit: Kaffeekunst auf hohem Niveau.
www.kaffeehaus.sg
Di – Fr: 8h – 18h
Sa: 9-18h
Bei Kultur bis 22h30

 

 

[Ad]hoc
AdhocFür einen schnellen Koffeinshot ist das [Ad]hoc die perfekte Anlaufstelle. Unkompliziert und preisgünstig, um an Ort und Stelle zu trinken oder zum Mitnehmen, bietet die Studentenschaft eine beliebte Alternative. Übrigens : Mit dem Gastropass für 39 Franken pro Semester kriegt man auf jedes Getränk einen Franken Rabatt. Dazu einfach nach dem Bezahlen an der Kasse die Legi an einem der neuen Automaten aufladen und bedrucken lassen.
Fazit: Überlebenswichtiger Kaffee-Stop auf dem Campus.
[Ad]hoc auf Facebook
Mo-Do: 12-24h
Freitag: 10-20h

(Alexandra Furio, Anna Burch)

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