Neueintretende spenden CHF 3’566 an die Stiftung Theodora!

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Die Neueintretenden haben in der Startwoche 2015 über CHF 3’566 in der WERTbox im Startwochen-Café gesammelt.

Das Geld wird jährlich für einen guten Zweck gespendet. Dieses Jahr kam das Geld der Stiftung Theodora zugute.

Die Stiftung Theodora bedankt sich herzlich und schreibt: “Dank der wertvollen Unterstützung von Menschen wie Ihnen können wir bereits seit mehr als 20 Jahren unseren Traum verwirklichen – den Traum von lachenden Kindergesichtern in Spitälern und spezialisierten Institutionen für Menschen mit Behinderungen.”

Wir freuen uns mit der Stiftung Theodora und bedanken uns ganz herzlich bei allen unseren Studierenden für Ihre Spendensammlung.

Weitere Informationen über Stiftung Theodora finden Sie unter Stiftung Theodora Webseite

 

 

Heike Egner im Gespräch mit dem Startblatt

Am Montag 07.09.2015 fing die Startwoche an der HSG an. Etwa 1500 Assessmentstudentinnen und -studenten kamen an diesem Tag zur Universität auf dem Rosenberg. Prof. Dr. Heike Egner hat die Studentenschaft gekonnt in das Thema der Fallstudie eingeführt. Aktuell ist sie in der Gruppe «Risikoforschung und Risikowahrnehmung» am Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin tätig.

Ist das Studium an sich schon ein Risiko?
Egner: Oh ja das Studium ist ein Risiko, allein deswegen weil der Ausgang offen ist. Sie werden nicht mehr dieselbe Person sein wenn sie diese Universität verlassen. Allein das ist riskant. Ich weiss nicht ob die Studierenden das wissen.

Wir leben heute in einer multimedialen Welt. Was sind Ihrer Meinung nach gute Strategien um relevante Informationen aus allen Eindrücken des Alltags zu extrahieren?
Egner: Ich versuche tatsächlich in Phasen der Undurchsichtigkeit, wenn ich etwas Entscheiden muss, das eine grössere Tragweite hat, Medienabstinenz zu üben. Ich bin halt mit einer geringeren Informationsüberflutung gross geworden. Ich bin aber fest davon überzeugt, das letztlich weniger mehr ist. Wenn sie herausfinden wollen was das Wesentliche ist, müssen sie aufhören blind Informationen zu sammeln. Man muss zuerst überlegen, was der eigentliche Punkt ist. Das ist die grosse Verantwortung, wenn wir mit Risiken zu tun haben. Es muss uns bewusst sein, dass wenn wir Entscheidungen treffen, der Ausgang offen ist.

Vermeiden Sie Risiko in Ihrem Alltag?
Egner: Ich bin nicht sonderlich risikobereit.

Sind die noch weniger risikobereit geworden, seid Sie sich professionell mit dem Thema Risiko beschäftigen?
Egner: Ja, vor allem seit ich mich mit Katastrophen beschäftige.

Fliegen Sie noch?
Egner: Ja, aber ich suche mir einen Platz aus wo die Überlebenschance noch gegeben ist.

Wo müsste ich, statistisch gesehen, im Flugzeug sitzen?
Egner: Nicht weiter weg als die dritte Reihe vom Notausgang und die Schuhe anlassen. Für den Fall, dass das Flugzeug abstürzt, dann zeigen alle möglichen ex-post Analysen, dass die Fitteren überleben, die in der Nähe des Ausgangs sitzen und die die Schuhe anhaben.

Sie haben von der Verantwortungsdiffusion gesprochen, die man verhindern soll. Wie unterbinden Sie es selber, wenn Sie in Gruppen zusammenarbeiten?
Egner:  Wir überlegen uns Regeln wie wir miteinander arbeiten wollen. Z.B. wie wir mit Trittbrettfahrern umgehen wollen. Also diejenigen, die immer die anderen arbeiten lassen, aber dann den Erfolg miteinstreichen. Da muss es klare Regeln geben, denn sonst ist die Gruppeneffizienz eingeschränkt. So bekommt jedes Gruppenmitglied eine bestimmte Verantwortlichkeit.

Kommen wir doch nochmals zum Thema Studium zurück. Wie haben Sie sich fürs Studium entschieden? In welche Richtung wollten Sie?
Egner: Och, ich habe ganz viel studiert! Dazumal gab es noch kein Bachelor bzw. Master-Programm. Zu erst habe ich eine Berufsausbildung gemacht und danach gearbeitet. Dann habe ich mit 25 oder 26 angefangen zu studieren und ich glaub ich habe 10 oder 11 Fächer studiert, bevor ich mich festgelegen konnte.

Das ist echt ne Menge.
Egner: Also ich habe alles 1 oder 2 Semester studiert bevor ich mich entschieden habe. Ich fand es sehr schwierig mich festzulegen. Für Geographie, habe ich mich eigentlich erst ganz am Schluss entschieden, weil es ein Fach war von dem ich vermutet habe, dass es „zu viel Spass mache“ und ich es darum nicht ernst nehmen könne.

Wie ist es für Sie wenn Sie die jungen Leute, wie wir Studenten, heute sehen? Werden wir uns mit mehr Risiken beschäftigen oder mit anderen Risiken?
Egner: Also im gesellschaftlich Bereich haben wir sicher mehr Risiken. Individuell sehe ich den Protektionismus, wie wie Kinder und Jugendliche geschützt werden, als Gefahr. Ein krasses Beispiel habe ich in einer Kindertagesstätte in Kanada gesehen: Da waren die Wände gummiert und die Tischkanten waren mit Schaumgummi bezogen. Da haben die Kinder wirklich Anlauf genommen und sind gegen die Wand gesprungen. Dies würden Sie an einer normalen Wand nicht tun. Sie haben also gelernt in einer Umwelt zu leben, die hochgradige Sicherheitsstrategien für sie entwickelt hat, was sie dazu verleitet kaum selber Risiken abzuschätzen.

Nehmen junge Leute mehr Risiko auf sich, da unsere westliche Welt als sehr sicher eingestuft wird?
Egner: Allgemein sehe ich ein spezielles Phänomen. Es ist, dass die dritten Generationen nach einer schweren Katastrophe sich fahrlässiger um Risiken kümmern. Beim schweren Tsunami bei Fukushima sagten die älteren Menschen, dass man sofort in die Höhe muss um zu überleben. Dies wussten sie, da vor ca. drei Generationen auch ein ähnlich verheerender Tsunami Japan verwüstete. Aber auch hier in Europa sieht man dieses Phänomen. Es sind nun gute drei Generationen seit dem 2. Weltkrieg vergangen. Man fühlt sich sicher, doch der erneut auftretende Nationalismus und vermehrte Rechtsradikalen Tendenzen zeigen auch hier ein anderes Bild. Es scheint, als hätte man aus der Geschichte nicht sehr viel gelernt. Doch zurück zu Ihrer ursprünglichen Frage. Ich glaube, dass dies so stimmt. Risiko bedeutet natürlich auch, dass ich mich mehr spüre wenn mein Körper mit Adrenalin vollgepumt ist. Dann spüre ich mich mehr als Person und hab das Gefühl am Leben zu sein. In gesicherten Statistiken haben wir das nicht. Doch Kinder würden sonst nicht gegen eine gummierte Wand rennen.

TVO Beitrag Montag

Am Montag wurden Prof. Roman Capaul und Livia Eichenberger von Daniel Sager von TVO zur Startwoche interviewt.

Helvetia CEO Loacker: «Risiko ist Teil unseres Businessmodells»

Herr Loacker, was bedeutet Risiko für Sie im beruflichen und privaten Alltag?
Stefan Loacker: In meinem beruflichen Alltag bin ich täglich mit dem Thema Risiko konfrontiert. Als Schadensversicherer sind wir immer wieder mit grossen Schäden konfrontiert. Dadurch dass man mit teils auch menschlich berührenden Meldungen konfrontiert wird, macht einen das viel bewusster für allzeit anwesende Risiken. Mich prägt das ungemein. Natürlich sind einzelne Berichte über Schadensfälle statistisch zu vernachlässigen, aber sie sind dennoch präsent. Ich würde mich daher eher als risikobewussten Menschen bezeichnen. Zusätzlich ist für einen Versicherer natürlich das Risikomanagement unserer Bilanz etwas vom Wesentlichsten. Wir haben eine Bilanzsumme von fast 50 Milliarden Franken und müssen dieses Geld veranlagen. In der Regel so sicher wie möglich, aber auch mit Rendite. Dementsprechend ist es zentral, eine gute Anlagestrategie zu verfolgen, auch um den Kunden Mehrwert und den Aktionären einen Gewinn zu liefern.
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Hat die Versicherungsbranche mit Risiken mehr zu kämpfen als andere Branchen?
Loacker: Der Umgang mit Risiken ist ein wesentlicher Teil unseres Businessmodells. Kleinere, in der Menge auftretende Risiken werden gebündelt und somit für den einzelnen Kunden handhabbar gemacht. Dies bedeutet jedoch auch, dass die kumulierten Risiken den Versicherer selber treffen können. Es sind vor allem langfristige Annahmen, wie im Bereich der Lebensversicherung bezüglich Zinsentwicklung und Sterblichkeit, welche fundamentalen Verschiebungen unterliegen können.
Was war Ihre risikoreichste Entscheidung bezüglich Ihrer Karriere?
Loacker: Ende des Studiums an der HSG hatte ich ein interessantes Stellenangebot im Immobilienbereich. Einen Tag vor der mündlichen Prüfung fragte mich der Professor, was ich nachher mache. Als er von dem mir vorliegenden Angebot hörte, betonte er, wie schade es sei, dass ich nach einem zweijährigen Studium der Versicherungswirtschaft und des Risikomanagements hier in der Schweiz nun in eine ganz andere Branche gehe. Ich solle mir doch ein bisschen Zeit lassen. Er biete mir einen Platz am Institut als wissenschaftlicher Mitarbeiter an. Im Grunde über Nacht habe ich mich alsdann für diesen Weg entschieden. Ohne diese Entscheidung, die sicher auch ein Risiko beinhaltete, sässe ich heute wohl kaum an diesem Platz, als CEO einer Versicherungsgesellschaft.

Welchen Ratschlag würden Sie einer angehenden Studentin oder einem angehenden Studenten bezüglich der Handhabung von zukünftigen Risiken und der richtigen Auswahl des anzustrebenden Ziels geben?
Loacker: Aus heutiger Sicht würde ich empfehlen, den Trichter zunächst möglichst breit zu halten, die verfügbaren Möglichkeiten aufzunehmen und zu verarbeiten. Es scheint mir, als werde heutzutage zu wenig darauf eingegangen, was man selber eigentlich möchte. Viele sind geprägt vom Elternhaus, und bei der Auswahl des Studiums tritt man einfach in die vorgegebenen Fussstapfen, weil der Weg schon einigermassen bekannt ist. Die angehenden Studenten sollten sich zunehmend systematisch Gedanken darüber machen, welche Zukunftsbilder heute überhaupt möglich sind, und nicht zu stark in hierarchischen Karrierekategorien denken, sondern mehr aus dem empathischen Interesse eine Entscheidung fällen. Wenn man nur aus rationalen Überlegungen einen Weg wählt, dann fehlt am Schluss auch die Begeisterung. Beim Eintritt in die HSG ist es sicher so, dass man keine lange Schonfrist hat. Wenn man das Studium nicht von Beginn an mit der nötigen Disziplin angeht, dann wird man allenfalls auch nicht lange hierbleiben.

Willkommen zum Startwochenblog der Startwoche 2015!

Willkommen bei der Startwoche der Universität St.Gallen (HSG)

Die Startwoche 2015, die vom 07. bis zum 11. September 2015 stattfindet, steht im Zeichen des Themas «Zukunftsraum Schweiz – Risiken und Chancen».

Die Schweiz als moderne Gesellschaft ist einer Vielzahl verschiedenartiger Risiken ausgesetzt, die zum Teil leicht erkennbar, zum Teil aber auch weniger offensichtlich und direkt sind. So sieht sich die Schweiz Entwicklungen wie der Globalisierung und einer damit verbundenen zunehmenden Vernetzung, dem Klimawandel, demographischen Veränderungen, wirtschaftlichen und politischen Risiken sowie Risiken, die aus neuen Technologien hervorgehen oder auch Naturkatastrophen gegenübergestellt. Zukünftig werden nicht mehr nur Einzelereignisse oder einzelne Entwicklungen betrachtet, sondern vor allem auch deren Interdependenzen und Verknüpfungen berücksichtigt werden.

Risiken identifizieren und bewerten
Verschiedenartige Herausforderungen und deren Vernetzung untereinander, bedingt u.a. durch wirtschaftliche Veränderungen, neue Technologien, gesellschaftliche Entwicklungen oder naturbedingte Ereignisse, müssen bewältigt werden. Um Risiken begegnen zu können, müssen diese identifiziert und deren Auswirkungen bekannt sein oder abgeschätzt werden können. Hierfür sind umfassende Analysen nötig, die potentielle Risiken aufzeigen und mögliche Chancen identifizieren. Mit Szenarien, als Denkmodelle für mögliche Entwicklungs- oder Ereignisabläufe, können die Auswirkungen differenziert analysiert und die Eintrittswahrscheinlichkeit abgeschätzt werden. Darauf basierend können sodann entsprechende Handlungen und Massnahmen – sei dies präventiv oder kurativ – eingeleitet werden.

Risikomanagement-Prozess
In Fallstudiengruppen à ca. 20 Personen durchlaufen die neueintretenden Studierenden den Risikomanagement-Prozess und beschäftigen sich mit der aktuellen Situation in der Schweiz. Als Schlussprodukt wird ein «Risikobericht» für die Schweiz erstellt, der die wesentlichen Risiken, aber auch eine Identifikation von Chancen und entsprechend sinnvolle und wirksame Handlungsempfehlungen beinhaltet. Ziel ist aktuell vorhandenen bzw. sich abzeichnenden risikobehafteten Entwicklungen und Ereignissen vorzubeugen, diese abzuwehren und zu bewältigen sowie die sich daraus ergebenden Chancen zielbringend und effizient zu nutzen.
Die Arbeit an der Fallstudie wird durch Inputreferate und Hintergrundinformationen ergänzt. Unterstützt wird die Startwoche 2015 durch den Presenting Partner Helvetia Versicherungen.

Weitere Informationen über die Startwoche, finden Sie unter http://www.startwoche.unisg.ch

Die Startwoche 2015 wird durch das Doku-Team begleitet und dokumentiert. Um einen Einblick in die spannende Medienarbeit und die tägliche Aufgabe des Doku-Teams finden Sie auf unserem Startwochenblog von 2014 bzw. in der Spalte rechts von noch weiteren vergangenen Startwochen.