Zwischen zwei Welten

Topmanager Dr. Burkhard P. Varnholt ist CIO bei Julius Bär. (Bild: Felix Brugger)

Topmanager Dr. Burkhard P. Varnholt ist CIO bei Julius Bär. (Bild: Felix Brugger)

Investment Banking Morgan Stanley, ehemaliges Mitglied der Credit-Suisse-Geschäftsleitung, Träger des SwissRe-Milizpreises und ehemaliger CIO bei Bank Sarasin. Der 1968 in Köln geborene Burkhard Varnholt hat eine Bilderbuchkarriere hinter sich. Eine Persönlichkeit, die mit einem Auftritt am HSG-Alumni- Abend zu fesseln wusste. Der eloquente und extrovertierte Manager ist auch Familienvater und Gründer eines Kinderdorfs. Varnholtwarlange nicht sicher, ob die HSG die richtige Uni für ihn sei. Obwohl er den HSG-Aufnahmetest für Ausländer erfolgreich absolvierte hatte, startete er zuerst in Köln mit einem Jurastudium. Der Grund für den Wechsel an die HSG war ein Freund, der ihn bereits nach zwei Wochen überzeugen konnte. In St. Gallen startete er also 1986 mit BWL seine Uni-Karriere, welche noch bis 1994 dauern sollte.

Waisendorf in Uganda
Nachdem Doktorat an der HSG arbeitete Varnholt bei Morgan Stanley in London. Eine Zeit, in der er sieben Tage die Woche rund um die Uhr präsent sein musste. Eine solche Arbeit ist nicht in jedem Alter möglich. Mit sportlichen Mitte 20 war solcher «Hochleistungssport» machbar. Nach den Erfahrungen in London war Varnholt während 10 Jahren bei der Credit Suisse Mitglied der Geschäftsleitung. In dieser Zeit entstand die Organisation Kids of Africa, welche als Verein ein Waisendorf betreut. Ein Bettelbrief im Jahr 2004 war der Auslöser für die Aktion: Varnholt beantwortete diesen, und aus dem Briefkontakt ging eine Unterstützung hervor. Heute ist Varnholt Gründer und Betreiber eines Waisendorfes in Uganda und unterstützt so Kinder mit einem schweren Schicksal.

Erinnerungen an das Studium
Wie erlebte Varnholt seine Zeit an der HSG? Die ersten Semester hat er als fordernde, interessante und abwechslungsreiche Zeit in Erinnerung. Stichworte, die womöglich die meisten Studenten mitdemeigenen Studiumsanfang verbinden können.

«Erfolg ist einfach: Er folgt»
Arbeitsstrategien und Tips für die erste Zeit gibt’s viele. Sollten die drei wichtigsten Tips für ein erfolgreiches Studium genannt werden, so würden sich diese für Varnholt folgendermassen gestalten: «Erstens, arbeitet systematisch und konzentriert euch auf die Dinge, die ihr am besten könnt.» «Zweitens, lernt. Seid nicht zu fest fokussiert auf den Ausgang des Studiums. Das Wort ‹Erfolg› würde sich selbst bereits gut beschreiben: Er folgt.» «Drittens, nutzt eure Zeit! Schaut über den Tellerrand hinaus, verliert keine Zeit und bereist dieWelt!» Als Ergänzung zum systematischen Arbeiten und Fokussieren und auf die Frage, wie man Studium und Ausgang miteinander verbinden sollte, ergänzt Varnholt: «Man kann nicht König der Nacht und des Tages gleichzeitig sein.»

Im Hier und Jetzt leben
Heute wohnt Varnholt in Zürich im «Schiffsbau» im trendigen Kreis 4, einem Haus, das seine Frau, welche Architektin ist, gebaut hat. Varnholts haben zwei Söhne (zehn und zwölf). Ob auch sie einst in die Fussstapfen des Vaters treten, ist noch unklar. Einer der Söhne scheint schon andere Ziele zu verfolgen und möchte Fussballstar werden. An seiner Karrierenplanung soll sich nichts ändern: Im Hier und Jetzt leben und mit den Gedanken nicht nur beim nächsten Karriereschritt zu sein, sei der nachhaltigste Weg. Seine Karriere sei nicht das Resultat einer minutiösen Planung, sondern aus einer Abfolge von Zufällen hervorgegangen, sagt er. (Text: Daniel Bötticher und Felix Brugger)

1 Kommentar zu diesem Artikel


  1. Ridli schrieb:

    Schöner Artikel. Gut und interessant geschrieben.

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