Der Sommer der Revolutionen: Taschenverbot ist aufgehoben und es gibt eine neue Legi

Gratulation an die diesjährigen Assessies, welche Teil des ersten Jahrgangs überhaupt an der HSG sind, der von Studienbeginn an die HSG-Card in der Hand hält! Mit einem plastifizierten «Papierfötzel» als Legi müssen sie sich nicht mehr herumschlagen. Doch alles der Reihe nach. An der HSG hat sich über den Sommer eine kleine Revolution ereignet und die alte Legi aus Papier musste einer richtigen, echten Karte aus Plastik weichen. Damit die Neueintretenden aber auch zu schätzen wissen, was sie nun in ihren Händen halten, welch Privileg ihnen hier zugesprochen wurde, folgt eine kleine Anti-Ode an die alte Legi.

Legi ohne Namen

Die alte Legi war der Schandfleck der HSG. Die Karte war ein Stück dickes Papier, eingefasst in Plastik, auf welchem Name und Matrikelnummer mehr schlecht als recht gedruckt waren. Wer nach Bezahlung der Semesterrechnung eine fehlerfreie Legi – also eine, auf denen die Daten auch wirklich auf der Legi und nicht dem perforierten Papier nebenan aufgedruckt waren – im Briefkasten fand, konnte sich glücklich schätzen. Oft haperte es aber schon hier und man musste die Legi auf der Studienadministration ein erstes Mal austauschen.
Bücher gibt’s nur mit Strichcode
Ein paar Wochen später, das Semester hatte kaum begonnen, begann sich die Karte aufzulösen. Nach und nach blätterte die Schrift ab und spätestens ab der dritten Semesterwoche wurde das Ausleihen von Büchern an den Automaten in der Bibliothek schwierig bis unmöglich, weil sich nun auch der Strichcode auf der Rückseite verabschiedete. Drucken
konnte man noch – schliesslich benötigte man dafür auch eine se
parate Karte. Mit der neuen HSG-Card sind beide Funktionen in einer Karte vereint. Ohne Strichcode keine Bücher, und so fand man sich zum zweiten Mal im Büro der Administration, um die Karte auszutauschen. Und wessen Legi bis Ede der Vorlesungszeit noch nicht der Waschmaschine zum Opfer gefallen war, der erntete spätestens an der Prüfung fragende Blicke der Aufsichtsperson, die den Namen nicht entziffern konnte.
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Doch das ist jetzt Geschichte. Die neue HSG-Card ist quasi der Porsche unter den Legitimationskarten. Sie ist zugleich Legi, Druckkarte und Bibliotheksausweis und soll in nächsten Etappen auch bald Dienste wie bargeldloses Zahlen ermöglichen. Das Design der Karte wurde übrigens von einem Studenten entwickelt – sein Vorschlag erhielt von den Studentinnen und Studenten am meisten Stimmen.
Während die neue Super-Legi stillschweigend in die Briefkästen flatterte, kündigte sich die zweite Revolution an der HSG mit viel Lärm an. Nach jahrelangem Seilziehen zwischen den Studenten und der Bibliothek darf man nun seine Taschen mit in die Bib nehmen. Was für die neuen Assessies eine Selbstverständlichkeit sein dürfte, wurde aber bitter erkämpft. Bisher durfte die Bib nur betreten, wer seine Siebensachen in einen «Bib-Bag» – eine durchsichtige Plastiktüte – verstaute und seine Tasche in einem Schliessfach zurückliess.

Nach einem Pilotversuch in der Lernphase im vergangenen Juni gab die Bibliothek schliesslich klein bei und verbannte die Plastiksäcke für immer von der Bib. Damit man auch zukünftig seine Taschen mit in die Bibliothek nehmen kann, ist Rücksicht und Vernunft angebracht: Essen ist immer noch verboten in der Bib. Wer also sein Tutti Frutti trotzdem hineinschmuggelt, riskiert eine Rückkehr zum Plastiksack-Regime.

Ausserdem gilt weiterhin, dass die Bücher entweder bei der Bibliothekarin an der Theke oder an einem Automaten ausgeliehen werden müssen, sonst ertönt beim Gang durch die Tür der Alarm. Wer Bücher in seine Tasche packt, wird entlarvt.
Die neuen Assessmentstudenten profitieren von den hart erkämpften Verbesserungen. Die neue Legi und die Aufhebung des Taschenverbotes stehen sinnbildlich für die unermüdliche Studentenschaft – hier zu verstehen sowohl als das Kollektiv aller Studenten als auch die Organisation SHSG – und ihren Willen, Dinge zu verändern, zu verbessern und für ihre Interessen zu kämpfen. Das ist der Spirit der HSG. Viva la Revolución! (von Nina Amann)

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